Was tun die Zuschauer von Cybermobbing?
Februar 8, 2012 in blog
Herabsetzende Kommentare auf Facebook, entwürdigende Videos auf YouTube, nächtlicher Terror übers Handy – inzwischen wissen wir, dass Aggression im Medienzeitalter anders aussieht als noch vor wenigen Jahren. Häufig wird über die Täter von Cybermobbing gesprochen, doch wird dabei eines übersehen: Viele Attacken im Internet sind erst dann richtig verletzend, wenn es dafür ein Publikum gibt. Aber wie verhalten sich die zunächst unbeteiligten Zuschauer, die sogenannten „Bystander“, die miterleben, dass eine andere Person gedemütigt, beleidigt oder verunglimpft wird? Stellen sie sich auf die Seite der Täter oder versuchen sie das Opfer zu verteidigen? Oder kümmern sie sich gar nicht darum und surfen einfach weiter?
Am Fachgebiet Pädagogische Psychologie der Technischen Universität Berlin haben wir untersucht, wie sich jugendliche Zuschauer von Cybermobbing verhalten. Dazu haben wir in einer nicht-repräsentativen, qualitativen Studie 30 Berliner Jugendliche eingeladen, in Gesprächsgruppen über ihre Erfahrungen mit Cybermobbing zu berichten. Die 14- bis 17-Jährigen nannten als Beispiele von Cyber-Mobbing am häufigsten Beleidigungen und gegenseitige Beschimpfungen, während schwerere Formen des Cybermobbings wie die Veröffentlichung entwürdigender Fotos und Videos bzw. die Androhung körperlicher Gewalt seltener berichtet wurden.
Je nach Fall reagierten die Zuschauer recht unterschiedlich: Mal fanden sie lustig, was da vor sich ging, mal versuchten sie ihren Freunden gegen Online-Attacken zu helfen. Häufig aber verhielten sie sich passiv und warteten erst einmal ab. Doch Read the rest of this entry →



















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